Die heilige Klara schreibt
„Die Schwestern sollen mit aller Gewissenhaftigkeit Acht geben, dass die Pforte niemals offensteht, außer es kann den Umständen entsprechend nicht anders geschehen.“
(Regel der hl. Klara, Kapitel 11)
Klausur – das ist unser geschlossener Lebensbereich, in dem weder wir noch andere nach Belieben ein- und ausgehen. Das bedeutet für uns
- wirklich da sein, wo wir sind
- zu bleiben, wenn die Turbulenzen im eigenen Innern uns zur Flucht verlocken
- uns zu sammeln im Verzicht auf Ablenkung
- schwesterliche Gemeinschaft unausweichlich nach dem Evangelium zu leben versuchen
- freiwillig arm zu werden, um Freiheit zu gewinnen
- in unserem Lebensraum die Stille lebendig werden zu lassen
- miteinander vor Gott zu beten und zu schweigen
- gemeinsam in der Anbetung Gottes zu leben
Das Leben in Klausur ist eine klösterliche Lebensform, die die Kirche mit besonderen Gesetzen schützt, in die wir uns freiwillig hineinbegeben – um der größeren Freiheit willen. Es ist ein Alltagsraum, in dem sich das Leben verdichtet, damit Wärme und die Kostbarkeit des Lebens für alle wächst.
Klausur konkret
ein Alltagsraum, in dem sich das Leben verdichtet
- nicht wie ein zugebundener Geldbeutel
- nicht wie eine versperrte Gefängniszelle
- nicht wie ein hermetisch verriegelter Panzerschrank
- nicht wie eine luftdicht verschlossene Tiefkühltruhe
- eher wie ein Mutterschoß, in dem Leben heranwächst
- eher wie eine geschlossene Muschel, in der eine Perle reift
- eher wie die Erde, in der der Same keimt
- eher wie ein geschlossener Ofen, der die Glut bewahrt
- eher wie ein Nistkasten, der das noch Ungeschützte, fragile in sich birgt
damit Wärme und die Kostbarkeit des Lebens für alle wächst.
